Warum das #WeTab besser ist als sein Ruf

Ja, ich habe mir vor einiger Zeit jetzt nen WePad gekauft. Ich kannte die ganzen schlechten Meinungen über das WePad, habe es mir dennoch aufgrund einiger positiver Berichte (z.B. den von CNET) aber auch der Offenheit des Systems (und damit der Möglichkeit nen anderes Betriebssystem aufzuspielen, falls es mir doch nicht gefallen sollte) gekauft. Zum anderen hab ich die 3G Variante auch bei Karstadt für unter 400€ gekriegt. Anmerkung: Amazon hat sie auch grade für 399€.

Vorweg: Jeder der meint ein WePad mit einem IPad vergleichen zu müssen, sollte an dieser Stelle aufhören weiterzulesen. Das WePad ist kein IPad-Killer und sollte auch nicht als solcher betrachtet werden! Die Welten sind 2 völlig verschiedene, die sich nur schwer vergleichen lassen. Jemand der ein fertiges System haben möchte und möglichst auch nicht über den Tellerand seine Suppe auffangen will, der ist mit einem IPad eindeutig besser beraten. Bei einem WeTab muss man einen kleinen Bastler in sich mitbringen (na gut, muss man nicht, aber dann macht es eindeutig mehr Spaß). Das WeTab wirkt an manchen Stellen auch noch unfertig, allerdings ist die Firma 4tittoo gut dabei Fehler zu beheben. Im Hintergrund des Systems werkelt ein Linux, dass man via einer normalen Shell bedienen und verändern kann. (Daher sind Linux Kentnisse zum basteln gut, aber kein muss).

Jemand verglich sogar mal das WeTab mit einem Welpen, den man erst Stubenrein bekommen muss.

Eindruck

Die Verpackung ist ganz unscheinbar. Ein weißer Karton. In diesem befindet sich das WePad, ein Akku Ladegerät, eine Schutzhüller für das WeTab und ein Mikrofaser Tuch zum Reinigen. Ebenfalls findet sich eine „Kurz“-Anleitung im Paket. Diese ist allerdings sehr kurz. Sie beschreibt eigentlich nur wie man das Gerät anschaltet. Hinterher stellt man allerdings fest, dass man auch tatsächlich nicht mehr brauch. Während des ersten Startens erklärt sich das Gerät selber. Das Interface ist sehr intuitiv zu bedienen und man brauch keine großen Anleitungen. Die Idee mit den Scrollbars an der Seite ist sehr nett und mal etwas außergewöhnliches. 

Wenn man ein Linux System gewohnt ist, wird man immer wieder Programme oder Interfaces wieder erkennen, die auch auf einem Linux Desktop vorhanden sind. So ist z.B. als Musik Player das Programm „Banshee“ installiert.

Das Tab selber hat eine durchgehende Glas Oberfläche auf der Vorderseite und ist hinten mit matten Klavierlack überzogen. Dadurch wirkt das WeTab hochwertiger. An der Seite finden sich Anschlüsse für USB, HDMI, Kopfhörer und Strom. Ebenso wie ein Steckplatz für SIM Karten (nur 3G Version) und einem SD Karten Lesegerät.

Das WeTab selber besitzt einen Lüfter (was an der Architektur geschuldet ist) den man allerdings so gut wie gar nicht wahrnimmt. (Aktiv gehört, hab ich ihn nur in einem total Stillen Raum als ich die CPU grad ma mehr belastet hab. Im Zug oder bei Musik/Filme merkt man ihn gar nicht.) Der Lüfter in meinem Laptop ist auch nicht leiser.

Tests

Betriebssystem:
Im Hintergrund werkelt ein MeeGo mit einer XFCE Oberfläche. Als Paketmanager wird yum eingesetzt. Die derzeit Stabile OS-Version ist 2.1.2.
Ein großer Plus Punkt ist aufjedenfall das schnelle Starten des Betriebssystems. (Gemessen: 5 Sekunden nach Drücken des Einschalters bis Interface geladen und Programme startbar).
An der rechten seite findet sich eine große Scrollbar zum Scrollen durch das Hauptmenü, neben Tasten für Einstellungen oder geöffneter Fenster. Dadurch ist alles was man sucht sehr schnell und übersichtlich erreichbar.

Flash:
Das WeTab bringt einen eigenen GPU Chip mit, der für rechenintensives helfen soll. Leider kann Flash darauf noch nicht zugreifen. Seit Version 10.2 von Flash soll diese Unterstützung eingebaut sein, derzeit soll sich diese Version aber im internen QA von 4tittoo befinden. Dadurch ist zwar Flash auf dem Gerät möglich, allerdings noch sehr langsam… und den Akku sieht man auch weinen.

Akku Laufzeit:
Ich komme bei meinem Gerät auf eine Laufzeit zwischen 4 und 5 Stunden, bei normaler Nutzung (Videos, Internet, UMTS). Dies ist zwar nicht viel, für Bus und Bahn reicht es aber allemal.

Mobiles Internet:
Das WeTab 3G bietet die Möglichkeit auch via UMTS ins Internet zu gehen. Dies ist für einen Bahnfahrer durchaus interessant um unterwegs Email abzurufen oder Nachrichten zu lesen. Getestet habe ich die Funktion mit einer Prepaid SIM der Marke COSMO Mobile, da ich hier die Netzabdeckung von meinem Firmen Handy kannte und daher die Qualität des Modems besser beurteilen konnte. Ich kann daher sagen, dass die Anbindung die ich hatte nicht schlechter war als mit meinem Handy (HTC) sondern sogar besser. Da wo mein Handy kein UMTS hatte, besaß das WeTab noch eine Verbindung. (Jetzt kann man natürlich sagen, das WeTab ist größer und hat mehr Platz für ne Antenne, aber bei Tests mit Notebooks ist mir aufgefallen, dass mehr Platz nicht immer bedeutet, dass man gute oder überhaupt eine Antennen einbaut.)

Videos:
Selbst „Full-„HD Videos laufen tatsächlich ruckelfrei auf dem Gerät. Also geeignet um unterwegs etwas filme zu gucken😉. Getestet habe ich es u.a. mit der 1080p Version von Big Buck Bunny😉.

Touchescreen:
Also hier ist das Gerät ein bisschen paradox. Auf der einen Seite schaffe ich es besser als von jedem mir bisher getetesten Gerät die richtige Stelle in einem Textfeld auszuwählen. Also ein Super Merkmal. Auf der anderen Seite ist es manchmal echt schwer bei AdobeAIR Apps oder auf Websites kleinere Knöpfe zu treffen. Es mag hier aber an der Software liegen und nicht am Touchescreen selber. Der Touchescreen selbst reagiert hier sehr zügig und ohne große Aussetzer.

Bildschirm Tastatur:
Lange Texte drauf schreiben ist ein Krampf (da Buttons doch etwas weit auseinander sind)… Aber für kurze Texte/Brwosing und etwas Chatten reicht es vollkommen aus.

Display:
Das Display ist sehr Blickwinkel abhängig. Für mich persönlich reicht der Radius aber vollkommen und ich empfand ihn auch nicht störend etc. Das Bild selber sieht nicht unscharf aus, hat keine Pixelfehler und auch sonst keine erkennbaren Fehler.

Architektur

Das WePad, bzw. „Lucid Tablet PC“ (dies ist der eigentliche Name der Hardware und findet sich auch in anderen Geräten wie z.B. dem exoPC) ist prinzippiel eine Standart PC Archiktur. Aufgrund dieser Tatsache ist es möglich andere Betriebssysteme zu installieren. Man benötigt nur ggf. Treiber für Touchescreen & Co. Dies kommt der offenen Platform die man schaffen wollte sehr zugute, da man nicht an ein Betriebssystem (auch wenn es OpenSource ist) gebunden ist, sondern eine Freie Auswahl hat.

Kritik

Eindeutiger Kritikpunkt ist die geringe Auswahl an Programmen. Derzeit befinden sich nur sehr wenige im Market und man muss sich z.B. über die Linux Konsole aushelfen. Allerdings wurde hier versprochen, dass sich das bald ändert (Der Android Store und der WeTab Market for Developer sollen beide diesen Monat auf dem Gerät veröffentlicht werden).

Die Akkulaufzeit ist mit 4-5 Stunden natürlich nicht so gut wie manch andere Geräte, für mich persönlich reicht sie dennoch aus. (Bei einem Vergleich mit meinem Smartphone musste ich auch feststellen, dass dieses auch nicht viel länger bei aktiver Benutzung durchhält. Der Vorteil ist hier das schnelle Starten, wodurch man das Pad auch durchaus abschalten kann wenn man es jetzt länger nicht nutzt.)

Fazit

Also ich würde das Tablet weiterempfehlen! Für den Preis erhält man eine Super Hardware (die Software ist noch nicht ganz so super, aber auf einen guten Weg dahin) auf einer offenen Plattform. Sollte einem die Software missfallen oder den Ansprüchen nicht genügen, ist es jederzeit möglich ein anderes Betriebssystem zu installieren (Für Windows 7 und Ubuntu finden sich jede Menge Anleitungen).

Wer keine hohen Anforderungen mitbringt wie z.B. nur Internet surfen, etwas Chatten und vielleicht ab und zu mal ein Video wird mit einem WeTab sehr gut bedient. Das Gerät eignet sich dafür hervorragend, da es bereits alles wichtige dafür mitbringt und im Vergleich mit anderen Tablets einen inzw. guten Preis liefert. Für Bastler oder Linux Entwickler ist das WeTab auch gut geeignet, vorallem letztere können so Programme auch auf dem Gerät testen und so für einen „neuen“ Markt testen. Da Tablets sich langsam durchsetzen, wird es immer mehr Programme dafür geben. Ich persönliche möchte aber weder Objective C (iOS) oder Java (Android) lernen.

Das einzige was der Hersteller unbedingt liefern sollte ist der MeeGo und der Android Store um wenigstens die Programmvielfalt zu erhöhen, aber auch um die Verbreitung der Programme zu verbessern.

Am Ende lässt sich sagen, dass das WeTab einen schlechten Start hatte und besser ein paar Monate später veröffentlicht worden wäre. „Denn ist der Ruf einmal hinüber, …“
Wenn man das Tablet aber ohne Vorurteile begnetet und nicht auf eine große AppAuswahl schwört ist es super.

Ebenso konnte ich kaum Kritiken die z.B. bei Amazon geschrieben wurden nachvollziehen. Klar das Tab ist nicht perfekt und ich würde ihm eine 3+ bis 2- geben, aber es hat jede Menge Potenzial.

Ich denke es wird demnächst mehr zum WePad hier auf dem Blog geben😉. Wenn ihr noch Fragen habt oder ich etwas vergessen hab zu testen, schreibt mir doch bitte in den Kommentaren.

Als nächstes werd ich auch mal alternative Betriebssysteme (z.B. YaWOS oder Android) testen und hier meine Erfahrungen posten.

Recklinghausen leuchtet (Fotos)

Derzeit ist noch bis zum 6. November in Recklinghausen die Aktion „Recklinghausen leuchtet“. Auch ich habe Fotos gemacht die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte😉.

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Die Fronten bei §6 GG

In den letzten Tagen wurde im Liquid Feedback ein Antrag gestellt, für die Änderung des §6 des Grundgesetzes. Bei dieser Änderung ging es darum, die Ehe und Familie an die heutige Situation anzupassen.

Auf Twitter brach danach ein riesiger Shitstorm von Gegner (und Befürwortern) dieses Antrages aus, die u.a. behaupteten dieser Antrag wolle Artikel 6 gänzlich abschaffen. Bevor ich mich jedoch weiter auf die Änderungen einlasse, möchte ich an dieser Stelle einmal bitten sachlich zu bleiben. Im Antrag geht es nicht um die Abschaffung von Artikel 6! „Lediglich“ Änderung bzw. einzelner Streichungen.

Ich möchte hier etwas auf das Thema eingehen und die verschiedenen Hintergründe beleuchten sowie eine kleine Alternative zur Grundgesetz Änderung vorstellen, aber auch erläutern Warum wir als Piraten uns dem Thema annehmen sollten.

Erstmal möchte ich die Änderungen der Initiative im LQFB vorstellen:

Die Piratenpartei möge vertreten:
a) ein grundsätzliches Bekenntnis zum Pluralismus des Zusammenlebens
b) mind. folgende Forderungen
Die Piratenpartei strebt eine Gleichstellung aller Formen von Lebensgemeinschaften an. Daher ist… (diese Liste ist offen für Ergänzungen!)
* das Ehegattensplitting abzuschaffen
* der Schutz der Ehe in Art.6 GG (1) abzuschaffen. Der Schutz der Familie bleibt davon unberührt.
* Art. 6 GG (4) umzuformulieren und der Schutz der Mutter durch den Schutz der Eltern zu ersetzen.
* ein an das französische Modell „PACS“ angelehnter ziviler Solidarpakt einzuführen, der eine flexible Handhabung bei der Übertragung von Rechten*, vereinfachte und kostengünstigere Scheidungsprozedere und die Verlagerung des Vertragsschlusses von der staatlichen auf eine notarielle Ebene erlaubt. Der Solidarpakt ist so zu gestalten, dass er allen Formen von Lebensgemeinschaften offen steht.
* das Ehemodell entweder gänzlich durch ein an PACS angelehntes Modell zu ersetzen oder, sollen beide Institutionen parallel existieren, die Ehe für alle Formen von Lebensgemeinschaften zu öffnen.
* das Adoptionsrecht zu modernisieren und eine Adoption für alle Formen von Lebensgemeinschaften zu ermöglichen. (Achtung: Das Kindswohl ist natürlich nach wie vor das entscheidende Kriterium. Dieses ist jedoch von der Institutionalisierung der Beziehung, dem Geschlecht der Partner und (in Maßen) deren Anzahl unabhängig.)

Ich sage nicht, dass es der beste Entwurf ist, oder, dass ich allem zustimmen würde.

Im konkreten geht es um die Anerkennung anderer Lebensgemeinschaften (also z.B. Mann und Mann oder Frau und Frau). Der Schutz der Familie bleibt dabei ausdrücklich bestehen!

Warum eine Familie genauso wichtig ist, wie die Ehe, zeigt ein kleines Beispiel: Auch in Deutschland leben viele gleichgeschlechtliche Paare die Kinder großziehen.
Bei Lesbischen Pärchen kommt dies häufiger vor, was allerdings biologisch zu erklären ist. Aber auch schwulen Pärchen haben Kinder (z.B. aus einer vorherigen Partnerschaft). Diese unterliegen dabei einer besonderen Aufsicht durch die Sozialämter. Allerdings kommt es hierbei zu weniger Zwischenfällen als bei Heterosexuellen Paren (was allerdings erstmal nebensächlich ist, da die Werte von Paaren mit Kindern sich nicht vergleichen lässt. Einfach weil es sehr viel mehr Heterosexuelle mit Kindern gibt. Allerdings zeigen solche Familien in den USA, dass das durchaus funktioniert und dem Kind nicht schlechter geht als in der „klassischen“ Familie.) Auch gibt es genügend Menschen in der Gesellschaft, die eine Partnerschaft mit beiderlei Geschlecht vorstellen könnten. Viele gehen, (sei es aus persönlicher Präferenz, Lehrmeinung, oder welche Gründen auch immer dafür verantwortlich sein,) dabei einer „klassischen“ Ehe nach. Allerdings werden auch solche Menschen dann diskriminiert, wenn sie einen Partner im gleichen Geschlecht für sich gefunden haben.

Solche Partnerschaften unterliegen allerdings keinem eigenem Schutz. Dies bedeutet, dass die Paare Kinder haben können, allerdings nur ihre „Familie“ und nicht ihre Homo-„Ehe“ damit geschützt ist. Die Frage ist allerdings eher: Was möchte das Kind? Wenn das Kind kein Problem hat 2 Väter oder Mütter zu besitzen und den jeweiligen Umgang bekommt mit dem anderen Geschlecht (Großeltern, Freunden der Familie, etc.) sehe ich kein Problem darin. Die Sozialämter würden bzw. sollten auch hier weiter kontrollieren und ein besonderes Augenmerkt hierrauf haben, was bei Adoptionen aber von alleine geschieht. Das Wohl des Kindes sollte hier an erster Stelle stehen! Und laut einer Studie des Bundesministeriums für Justiz geht es Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern nicht schlechter(PDF)! (Zussamenfassung)

Eine Alternative wäre natürlich, statt dem Abschaffen des Schutzes der Ehe, die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zur Ehe. Warum niemand von den Gegnern dieses Antrags darauf kamen, weiß ich allerdings nicht. Ich hätte diesen Antrag unterstüzt.

Zum Thema Ehegattensplitting: Es wird immer wieder auf die Steuerlichen Einbußen vom Staat etc. durch Herrn Schäuble hingewiesen. Allerdings sehen die Steuer“verluste“ von 145 Million bei Homo-Ehen gegenüber den, derzeit vorhanden, 33 Milliarden bei heterosexuellen Ehen sehr gering aus.

Was mich an der ganzen Situation stört sind besonders 2 Personen Gruppen:
a) Leute die nur wegen einzelner Ablehnungen, den ganzen Antrag ablehnen, sich aber beharrlich weigern Alternativen die ihnen passen zu nennen. Wir sind Piraten! Wir schaden nicht anderen Piraten auf diese Art und Weise!
b) Menschen die keine gleichgeschlechtlichen Paare unterstützen möchten (z.B. weil sie Heterosexualität als einzige Form sehen oder weil ihre Relgion es ihnen vorschreibt bzw. gelehrt hat) und andere Argumente vorschieben. Hier würde ich mir wirklich Ehrlichkeit wünschen und dass diese Personen zu Ihrer Ansicht stehen. Auch wenn ich sie nicht teilen muss. Aber wir sind alles erwachsene Menschen und müssten das Aushalten können.

Ich möchte noch auf eine Aussage auf Twitter eingehen, wo gesagt wurde „die Gründerväter vom Grundgesetzt wussten ganz genau, was sie mit Ehe meinten“. Für die damligen Verhältnisse stimmt dies auch. Damals stand Homosexualität aber auch in Deutschland unter Strafe. Aus diesem Grunde finde ich daher die Aussage, in der heutigen Zeit, für nicht mehr passend. Die Bedeutung von Zussamenleben, Ehen, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aber auch der eigenen sexuellen Identität (z.B. Transgender) haben sich im Laufe der letzten 60 Jahre in Deutschland stark gewandelt und damit auch ihre gesellschaftliche und rechtliche Behandlung. Heute wird beispielsweise Homosexualität weitesgehend akzeptiert oder zumindest tolerriert und auch Kirchen fangen an Homosexualität als natürlich zu bezeichnen. Die geringste Akzeptanz ist dabei bei den großen Religionen, verwunderlicherweise, bei den Evangikalen Kirchen (und kleineren Zeugen Jehovas) zu finden.

Als allerdings die ersten ihre Austrittsbekunden falls der Antrag angenommen werden würde auf Twitter las, musste ich sofort an Dr. Aden und seinen Austritt aus der FDP wegen der „Hochzeit“ von unserem Außenminister Herrn Westerwelle denken. Wo allerdings die Piraten BW mit den Queeraten eine schöne Pressemitteilung verfasst haben.

Ich wünsche mir daher etwas mehr Sachlichkeit in der Diskussion, und vor allem Gegenvorschläge und Mithilfe. Ich sage nicht, dass eine Änderung von Artikel 6 GG unser Allheilmitel ist, aber wir sollten uns mit dem Thema der Diskriminierung der gleichgeschlechtlichen Ehen schon auseinandersetzen.

Wir haben in unserer Satzung den Satz (§1, Abs. 1):

Sie vereinigt Piraten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, der ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen.

Aus diesem Satz ergibt sich, dass Piraten die Vielfalt der sexuellen Orientierung, Geschlechter oder aber auch Glaubensrichtungen akzeptieren, wenn auch definitv nicht teilen müssen. So käme ich z.B. niemals auf die Idee anderen meinen Glauben aufzuzwingen.

Ich konnte in NRW und Niedersachsen an einigen Christopher Street Day (Gay Pride Demos) teilnehmen zussamen mit anderen Piraten. Wir haben dort auch Infostände organisiert und die Menschen über uns, unser Wahlprogramm und unsere Postgender Politik informiert. Viele dieser Leute hatten uns auch gar nicht auf dem Radar bevor sie uns dort sahen. Wir haben als Piraten, die wir sowieso Offenheit und Vielfalt lieben, ein großes (Wähler-)Potential wenn wir uns auch mehr mit dem Thema auseinander setzen, auch wenn dies nicht durch eine Grundgesetz Änderung passieren muss (s.u.). Denn keine andere Partei, als wir, die Piraten, setzen sich so für die individuelle Selbstentfaltung und Selbstbestimmung der Menschen, ein.

Da es mir, wie oben bereits erwähnt, nicht um den Antrag im speziellen sondern um das Thema im allgemeinen geht, könnte man an dieser Stelle natürlich auch Gegenalternativen auflisten oder auch die Frage aufwerfen: „Was ist eine Ehe?„. Das Grundgesetz definiert dies nicht, sondern das BGB ab Buch 4 §1303 bis min. §1362. Eine Gleichstellung der Ehe oder zumindest rechtliche Anpassung könnte also ohne eine Grundgesetzänderung vollzogen werden, da das Grundgesetz nur von Ehe spricht ohne diese zu definieren. Ebenso räumt das Grundgesetz keine Rechte bezüglich Kinder (bekommen/adoptieren/etc.) ein. Auch dies wird im BGB ab §1591 geregelt. Hierbei ist aber auch zu erwähnen, dass das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass das Lebenspartnerschaftsgesetz keine Ehe im Sinne von Artikel 6 Absatz 1 GG darstellt. Hierbei wurde auch festgestellt, dass das LPartG nicht gegen Artikel 3 GG verstößt. (Genaue Infos zur Rechtsprechung vom BuVerfG auf Dejure.org)

Auch habe ich öfters das Argument gehört „weil der Staat aus dieser traditionellen Lebensgemeinschaft den größten Nutzen zieht„. Über diesen Punkt, kann man sich jetzt allerdings sehr lange streiten. Denn welche Nutzen erzielt man aus Heterosexuellen Ehen, die nicht aus homosexuellen Ehen hervorgehen? Mir fällt auf die Schnelle lediglich einer ein: Das es biologisch sehr viel einfacher ist in dieser Beziehung Kinder zu bekommen und aufzuziehen. In diesem Punkte gewinnt klar die Heterosexuelle Ehe, da bei gleichgeschlechtlichen Ehen nur c.a. 30% der Lesben ein Kind großziehen und nur jeder sechste Schwule ein Vater ist (Statistik aus den USA, da wir in Deutschland [zum Glück] noch keinen Zensus hatten). Es gibt aber auch Heterosexuelle Paare die keine Kinder haben (entweder aus persönlichen oder biologischen Gründen) und dementsprechend keinen Unteschied darstellen, daher könnte man den Nutzen dieser Ehen auch in Fragen stellen (was ich an dieser Stelle aber definitv nicht tun möchte!). Allerdings ist hier die Frage, wie oben erwähnt, bei Adoption, was möchte ein z.B. Elternloses Kind, welches im Heim lebt. Da ich darauf keine pauschale Antwort geben kann, sondern wirklich nur die Kinder selber, möchte ich erstmal nicht wieder weiter darauf eingehen (oben ist bereits einiges dazu erwähnt). Auch ist hier natürlich zu erwähnen, dass es in Deutschland deutlich mehr Heterosexuelle als Homosexuelle Gemeinschaften gibt und aus diesem Grunde der erste Augenmerk auf die klassische Ehe und dann erst auf die Gleichgeschlechtliche fallen sollte.

An dieser Stelle möchte ich auch einen schönen Kommentar von dem anderen Blog zitieren:

Da wir heute wissen und zulassen, dass Paare sich immer öfter über kurz oder lang trennen, wäre es nur folgerichtig, eine vom Bestand der Liebe unabhängige Institution zu schaffen, die Rechte und Pflichten in Bezug auf das Kind und den “Mit-Elternteil” regeln. Hierauf sollte sich alles staatliche Fördern&Fordern beziehen, nicht auf den Bestand eines (Liebes-)Paares, der m.E. keinen Staat etwas angeht.

[…]

Wenn es zur Beseitigung dieser Missstände eine Änderung des GG braucht, bin ich dafür. Und wer, wenn nicht eine jugendliche Partei wie die Piraten könnte das offensiv vertreten?

und ein 2.ter Kommentar:

Die meißten, die hier Pro Initiative argumentieren, wollen im Grunde den Begriff der “Ehe” erweitern. […] Die eigentliche Frage ist doch, wie man/der Staat solche “familienähnlichen” Konstrukte besser schützen kann.

Dabei bleibt immer zu bedenken, dass LQFB nur ein Meinungsbild ist. Ich möchte also nochmal nach mehr Sachlichkeit bitten und würde auch darum bitten Alternativen wie z.B. die Förderung und Gleichstellung der Gleichgeschlechtlichen Ehe außerhalb des Grundgesetzes vorzustellen. Ich würde mich auch freuen, besonders gerne auch mit den Kritikern zussamen, entsprechende Alternativen auszuarbeiten.

Ich hoffe ich hab auch einiges zum Anregen gegeben und das die Links auch angeguckt werden (Quellen, Statistiken, weiterführende Infos).

Ich möchte euch an dieser Stelle auch den Blog von Andi Popp empfehlen, da er zu dem Thema auch ein, wie ich finde, guten Beitrag geschrieben hat.

Ich möchte mich an der Stelle bei meinen 3 Korrektur Lesern bedanken, dass ihr die Fehler gefunden habt, die ich nicht sehen konnte:)

LQFB Initiativen zum Thema Queer und Familienpolitik

Eine kleine Auflistung aktueller LQFB Initiativen zum Thema Queer und Familienpolitik:

Katalog zur Queer und Familienpolitik:

Steuerliche Gebiete:

Ein Entwurf für Familien und Queer Politik als Alternative zum Katalog:

Das waren alle die ich auf die schnelle gefunden habe.

Eine bereits angenomme Initiative ist eine Grundgesetz Änderung durchzuführen:

Warum dies nicht unproblematisch ist, haben mehrere Piraten gezeigt, aber auch ich habe einen Artikel derzeit in Arbeit (wartet noch auf inhaltliche Revision durch Leute die sich besser mit dem Thema auskennen :P), der besagt, dass wir nicht zwangsweise das GG ändern müssen um eine Diskriminierung zu verhindern und eine Gleichstellung zu ermöglichen.

Ebenso muss man die Frage aufwerfen, ob es bei dem Meinungsbild zur angenommenen Initiative um das Thema Gleichstellung (Im Titel heißt es ja „Vielfalt von Lebensformen anerkennen“) geht oder eine explizite Änderung. Dies wird hoffentlich der Bundesparteitag zeigen.

Wer nie richtig schläft…

Wer nie richtig schläft, der ist auch nie richtig wach
(Rupert, „Fight Club“)

Na gut, mein Problem ist nicht das schlafen, aber deswegen bin ich leider auch nie richtig wach.

Die Diagnose ist derzeit „Hypersomnie ungeklärter Ursache“. Auf der anderen Seite kann ich froh sein, dass sie sich nach 4 Jahren Behandlung nun auf eine Diagnose schonmal festgelegt haben: Hypersomnie und ungeklärt.

Für alle welche Hypersomnie kein Begriff ist sagt vlt. dass alternative Wort mehr zu: Tagesschläfrigkeit.

Warum ich das gerade schreibe? Nun, ich durfte mir heute schon wieder so ein tolles Gespräch anhören von wegen, dass sei ja alles gar nicht so schlimm und es sei ja auch normal das man während der Woche Müde ist oder auch ab und zu in der Bahn einschläft. Wenn es das nur wäre würd ich dem ganzen auch so zustimmen… Nur leider ist es nicht so einfach.
Es ist nicht normal, dass man morgens nach 8 Stunden Schlaf aufwacht und so müde ist, dass man locker 2Stunden weiterschlafen kann (oder es dann sogar tut). Es ist nicht normal, dass man IMMER einschlafen könnte wenn man es wollte. Es ist nich normal, dass man sogar wenn man mit seiner besseren Hälfte im Bett liegt kein Auge aufhalten kann…  Mal von den ganzen Netten Sachen wie Konzentrationsstörungen oder den Fluch immer in Bus und Bahn einzuschlafen (Nein, es ist kein Segen ständig 1h zu warten, weil man seine Station verpasst hat). Der einzige Vorteil ist, ich könnt jetzt nen Kaffee trinken und trotzdem in 10Min schlafen.

Also bitte macht euch von dem Gedanken frei, dass Schlafstörungen gar nicht so schlimm seien und man es nur schlimmer machen würde als es ist… Dafür fallen mir echt zuviele Sachen ein wo sie mich extrem Belasten…

Tchibo Mobil Internet unter Ubuntu 9.04

Ich hatte ja gesagt, ich will mal nen Artikel über das Einbinden von Tchibo Mobil in Ubuntu machen. aNun, dass ist so einfach, dass sich das Tutorial einfach gar nicht lohnt! Direkt nach dem Einstecken öffnet sich ein Fenster, dass fragt ob ich den Stick einrichten möchte, danach wird nach Provider gefragt: „O2 Viag Interkom“. That’s it. Mehr muss man gar nicht machen. Ok, man sollte drauf achten, dass als APN „webmobil1“ hat.

Was mir aber sehr negativ aufgefallen ist, ist das man weder SMS empfangen noch senden kann…

Aber dort scheine ich nun eine Abhilfe gefunden zu haben. Vodafone bietet hier ein gutes OpenSource Tool (eig. ja für sich selbst, aber es funktioniert auch unter anderen Anbietern) mit dem Namen: „Vodafone Mobile Connect Card Driver„.

Funktioniert neben Ubuntu auch unter Mandriva, Fedora oder SUSE.

Die Packages für Ubuntu:

ozerocdoff_0.4-2_i386.deb

usb-modeswitch_0.9.7_i386.deb

vodafone-mobile-connect_2.10.01-1_all.deb

Hier kann man dann endlich SMS abschicken um sich die Tagesflat buchen zu können. Die Netzabdeckung ist zwar mäßig, aber es funktionert doch ganz gut. Und wenn mans nur so eben zum einmal in der Woche in der Kneipe brauch😉

Ich hoffe, damit einigen auch geholfen zu haben und viel Spaß mit eurem mobilen Internet …

(Mit Dank an ubuntu-fan.de, da ich dort den Hinweis gegoogelt hab)😀

Edit: Diese Anleitung funktioniert auch so unter o2 und anderen Anbeitern😛

Ich werd mal demnächst Fotos vom einrichten machen, damit dies etwas einfacher wird😛 <– dauern noch was^^
Edit: Ich habe ma bei Ubuntu nen offizielen Vorschlag gemacht, dass zu verbessern, wäre nett wenn ihr euch beteiligt: